Wir schreiben das Jahr 2021. Die Coronakrise ist überstanden und hat vieles verändert. Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick nach vorne – und zurück von Klemens Riegler. (Teil 7 von 7)
Panorama
Weniger Infizierte trotz Chinamasken
Aus ff 17 vom Donnerstag, den 23. April 2020

Maskenaffäre – Sanitätspersonal:
(doc) Die Schutzausrüstung im Südtiroler Sanitätsbetrieb wird immer knapper. Zumal nun auch die Anzüge und Masken, die aus China über die Oberalp-Gruppe nach Südtirol gekommen sind, nicht mehr verwendet werden dürfen. Schuld daran ist ein negatives Gutachten des Versicherungsinstituts gegen Arbeitsunfälle (Inail). Es beanstandet zwar nicht die Ausrüstung selbst, jedoch sei die Dokumentation unvollständig gewesen. Das bringt Sanitätslandesrat Thomas Widmann auf die Palme. Es werde wohl besser sein, überhaupt eine Schutzkleidung zu tragen als gar keine.
Die Chinamasken sind in Verruf geraten, nachdem zwei Gutachten zum Schluss gekommen waren, dass sie Qualitätsmängel aufwiesen (ff 16/2020). Sanitätsgeneraldirektor Florian Zerzer gab daraufhin die Order aus, dass die Masken zwar verwendet werden dürfen, aber nicht im Hochrisikobereich – sprich auf den Intensivstationen.
Doch sind die Masken tatsächlich unbrauchbar? ff hat recherchiert, wie viele Ärztinnen und Pfleger sich in Südtirol wann infiziert haben. Bis zum 25. März waren es insgesamt 120. An diesem Tag wurde das Schutzmaterial aus China dem Sanitätsbetrieb übergeben. Hätten die Masken keinen Schutz geboten, müsste die Zahl der Infizierten nach dem 1. April (bei einer durchschnittlichen Inkuba-
tionszeit von 5 bis 6 Tagen) in die Höhe geschnellt sein.
Das Gegenteil ist der Fall. Infizierten sich bis dahin mehr als 6 Sanitätskräfte pro Tag, geht die Zahl in der Woche nach dem 1. April auf 5,7 Infizierte pro Tag zurück. In der Woche nach dem 8. April sind es noch 3,6 Infizierte pro Tag, in der Woche nach dem 15. April noch 2,2 Infizierte pro Tag. Die Tendenz geht in die richtige Richtung.
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