Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Aus ff 25 vom Donnerstag, den 22. Juni 2017

Markus Larcher
Markus Larcher in den Wäldern des Sella-Tales bei Borgo Valsugana und den Kunstwerken der Ausstellung Arte Sella: „Natur lebt Kunst“. © Alexander Alber
 

es gibt wahrlich viele Gründe, warum wir uns freuen sollten, dass nun endlich der Sommer da ist. Draußen schlafen, beim Duschen schwitzen, beim Radfahren sich vom Fahrtwind kühlen lassen, Balkonpartys, um acht Uhr abends noch schwimmen gehen, After Hour auf der Straße – und, freilich nicht zu vergessen, die traditionellen ff-Sommergespräche! Spannende Gespräche, am liebsten im Freien, mit interessanten Persönlichkeiten, für die während eines Jahres oft die Zeit und oft auch ein konkreter Anlass fehlen. Im Sommer hat man beides: die Zeit, weil bekanntlich sonst nicht allzu viel passiert, und zweitens den Anlass, weil der Sommer eigentlich schon Anlass genug ist.
Na ja, ganz so ist es freilich nicht. Das zeigt auch unser erstes ff-Gespräch in diesem Sommer, das zugleich auch die Titelgeschichte ist. Es ist nicht unwesentlich, was Helmut Stampfer zu sagen hat. Als Landeskonservator hat er das historische Erbe Südtirols behütet, er hat sich damit oft Feinde gemacht – 25 Jahre lang. Seit 10 Jahren ist er in Rente, auf Südtirol blickt er mit gemischten Gefühlen. Anton Rainer hat Stampfer in seinem Heimatdorf Völs besucht und ist auf einen Mann getroffen, „der weiß“, so Rainer, „wie viel Gewicht seine Worte noch haben“. Neugierig geworden? Dann blättern Sie auf Seite 22: „Ich war nie ein Verhinderer“.

Unter der sommerlichen Sonne unterwegs war auch Markus Larcher. Zum einen suchte er in den Wäldern des Sella-Tales bei Borgo Valsugana, unweit von Trient, nach ganz eigenen Natur-Kunstwerken. Gefunden hat er sie in den Parcours der Arte Sella, einer etwas anderen Ausstellung zeitgenössischer Kunst („Natur lebt Kunst“, ab Seite 48). Und zum anderen suchte er bei einer Seilbahnfahrt mit der Hirzerbahn Antworten auf die Frage, warum die Bahn seit Jahren von unerklärlichen Stillständen geplagt wird. Angeblich soll die unerlöste Seele ihres Erbauers mit eine Rolle spielen. Die Auflösung des Rätsels finden Sie ab Seite 36.

Gut über den Sommer zu kommen, hofft indes auch Landesrat Richard Theiner. Bis Ende dieses Jahres nämlich will er das neue Raumordnungsgesetz verabschiedet haben. Dass das nicht so einfach werden dürfte, hat Karl Hinterwaldner recherchiert. Das Theiner-Gesetz hält einige Tücken bereit, zum Beispiel das Versprechen, dass Eigentümer von Baugrund künftig einen Teil der Wertsteigerung an die Allgemeinheit abgeben sollen: „Luft nach oben“, ab Seite 30. 

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!

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  •  Elisabeth Pörnbacher

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