Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sozialberufe führen ein Schattendasein, ­bemängelt Marta von Wohlgemuth, Geschäftsführerin des Dachverbands für Sozialberufe. Alexandra Aschbacher hat mit ihr gesprochen. „Hier tut jeder, was er will.“ Ab Seite 48 © Alexander Alber
 

als am 22. März in Südtirol die Nachricht die Runde machte, dass bei einer Party in Reinswald mehrere Menschen ärztlich versorgt werden mussten, war die Aufregung groß: zu viel Alkohol, andere Drogen, vielleicht K.o.-Tropfen; bis heute ist nicht geklärt, warum gleich mehrere junge Menschen ohnmächtig wurden. Aber es gab Konsequenzen. Die „Wiss Night“, der Maturaball des Realgymnasiums in Bozen, bekam strengere Auflagen als in den Jahren zuvor. Die Entscheidung hatte Bürgermeister Renzo Caramschi getroffen.

Wenige Tage darauf wurde bekannt, dass Quästor Paolo Sartori eine junge Frau mit einem Aufenthaltsverbot für Bozen belegte, weil sie beim Graffiti sprayen erwischt worden war.

„Feiern nach Vorschrift“, heißt unsere aktuelle Titelgeschichte. In der Unterzeile: Im Namen der Sicherheit wird Südtirol zu einem unfreien Ort – und die jüngere Hälfte der Gesellschaft ausgebremst.

Das Ergebnis der Recherche von Alexander van Gerven, Marie Rachel Pichler und Karl Hinterwaldner – sowie das Interview mit Quästor Sartori lesen Sie ab Seite 38.

Ein Unruheherd ist auch Robert Asam, Journalist, Kabarettist und Radfahrer. Und Organisator der kürzlich stattgefunden Meraner Kabaretttage. Asam provoziert gerne und kann eines nicht: still sein. Georg Mair hat ihn für die aktuelle Ausgabe porträtiert. Ab Seite 60.

Wenige Kilometer von Meran entfernt liegt Burgstall, eine Gemeinde mit rund 2.000 Einwohnern. Karl Hinterwaldner hat Burgstall für unsere Serie über Gemeindepolitik besucht – und eine Geschichte aufgeschrieben, die im Dorf für Ärger sorgt. Eine neue Bürgerliste wirft dem amtierenden Bürgermeister Eigeninteressen vor – ist aber selbst nicht selbst frei davon. „Neue dicke Luft“, ab Seite 30.

Eine Dorfgeschichte hat auch Markus Larcher recherchiert. Er ist ins Vinschgau gefahren und hat sich das Areal vor dem Kirchturm im Reschensee angesehen. Es soll neu gestaltet werden. Larcher hat sich gefragt, wie mit einem geschichtsträchtigen Hotspot umgegangen wird, damit nicht noch mehr Leute angezogen werden. Ab Seite 46.

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre

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